Hefte raus, Klassenarbeit!

Abi-Klausuren anno 1986

LK Englisch 2 (Kniffka)

Vorschlag I, Text 2

The Lost Self

A. Contents

  • What other title (word, phrase, sentence etc) would you choose for the text? Give reasons for your choice.
  • Outline the train of thought considering above all the central idea of the text.

B: Form

  • Analyse the prevailing characteristics of language, tone, and style.
  • Reveal the author´s intention and determine the text type.

C: Comment

  • Would you be prepared to share the author´s view? Comment on it.

TEXT: THE LOST SELF

School is intensely concerned with training students to stop thinking and start obeying. Any course that starts with a textbook and a teacher and ends with an examination runs this danger unless great pains are taken to show students that they are supposed to think for themselves; in most school and college classes, on tbe other hand, thinking for oneself is actually penalized, and the student learns the value of repeating what be is told. Public school is "obedience school"the student is taught to accept authority without question to respect authority simply because of its position, to obey not merely in the area of scbool regulation but in the area of facts and ideas as well. He is told to accept hierarchical authority - that principals, deans, "adults" have the right to make decisions conceming hirn without collsulting him or being responsible to hirn in any way. Everything that happens is decided by someone other than the student - the curriculum (some of which may even be dictated by state law), and all other school activities; what apparent freedom the students have, such as publishing their own newspaper, is like the "freedom" of a prison newspaper; it can be suspended at any time. Democracy, while praised in theory, is rejected in practice by the school. The student is trained away from democracy; instead, he is most elaborately trained in joining a hierarchy. Every organization he belongs to has a hierarchy similar to that which he will encounter in tbe outside world. From the school paper to the camera club there is a president, secretary-treasurer, and underlings. In a structure such as the school newspaper, almost all of the subtleties of the corporate executive suite are reproduced and practiced. In short, democracy and independence are among the greatest sins in public school.

From the outside, reading textbooks, writing papers and essays, doing homework, engaging in classroom recitations and discussions, may have alI the appearance of work that is good for the mind. But a closer look (and this is true of college as well as high school) shows how little thinking is really going on. This is child labor, an ordeal that keeps the child off the streets and trains him in the carrying out of prescribed tasks. A history examination reveals it all: it asks for names, dates, and conclusions found in the textbook or outside reading. The real questions on the test are: "Did you do the job that you were told to do?" "Do you rernember what vou were told?" "Have you learned to carry out a job carefully and accurately?" "Did you have the self-discipline to do this job despite all the temptations and other activities that offered themselves?" "Can you sit longer and concentrate harder than the others in the class?" The youngster who gets A's is well on his way to being suitable material for the Corporate State.

One of the great purposes of the school is to indoctrinate the inmates. Vast powers are set to work on remolding their thinking. Indoctrination is not the same as teaching. .The purpose of teaching is to help the student to think for himlself. The purpose of indoctrination is to compel him to accept someone else's ideas, someone else's version of the facts. It is indoctrination whenever the student can get a bad mark for disagreeing. Indoctrination may take many forms. There may be a blatant course entitled "Democracy versus Communisrn." Even if there is not, the usual courses in American studies, history, and civics will present a strongly biased point of view. As we have just begun to learn, the bias may not only be political, it often is racial as well. The school tries to force-feed a whole set of values and attitudes: about advertising, business, competition, success and the American way of life. And this is carried on amid pervasive atrnosphere of dishonesty and hypocrisy. No one will adrnit that America might be a bad country, that the textbooks migbt be boring and stupid, that much of what the school does may not be in the best interest of students, that there could be other ways of doing what routine requires.

from: Charles A. Reich, The Greening of America, Bantam Books 553, New York 1971, S. 143-145


LK Geschichte (Deutsch)

Wie vergangen ist Locarno?

Aufgabe:

  • Hoffnungen und Befürchtungen ebneten - laut Stürmer - den Weg nach Locarno und erwuchsen aus den dort erzielten Verhandlungsergebnissen. Analysieren und erläutern Sie unter diesem Gesichtspunkt den folgenden Leitartikel aus der FAZ.
  • Skizzieren Sie die Grundzüge der deutschen Außenpolitik seit 1871. Stimmen Sie vor diesem Hintergrund mit der Stürmer'schen Bewertung von 'Locarno' überein?
  • Nach Locarno führt ... kein Weg zurück", schreibt der Autor. Setzen Sie sich mit seiner Begründung auseinander, und überlegen Sie, ob nicht auch 'Wege weiter führen'. Versuchen Sie bei Ihrer Argumentation auch eine Antwort auf die Leitfrage zu geben: 'Wie vergangen ist Locarno?'

TEXT: WIE VERGANGEN IST LOCARNO?
von Michael Stürmer

Locarno: der Name erinnert an die vergebliche Bemühung, den europäischen Bürgerkrieg aufzuhalten, der 1914 - begonnen hatte und erst 1945 enden sollte.

Am 16. Oktober 1925 wurde dort eine Abfolge von Verträgen paraphiert, die der deutschen Frage eine neue, hoffnungsvolle Wendung gaben. Stresemann unterschrieb für das Deutsche Reich, Briand für Frankreich, Austen Chamberlain für Großbritannien, Mussolini für Italien und Vandervelde für Belgien. Polens Skrysinski und der Tscheche Benes bekamen, weil Berlin auf friedliche Revision der Ostgrenzen nicht verzichten wollte und weil England weiter gehende Garantien scheute, nicht das erhoffte Ost-Locamo. Es blieb bei Schiedsverträgen.

Auch die Unterschriften waren bemerkenswert, die fehlten: die der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Locarno war Versuch und Anfang einer neuen europäischen Friedensordnung der Nationalstaaten. Die aber fiel in der Weltwirtschaftskrise seit 1929 in Agonie und starb im folgenden Jahrzehnt.

Das Kriegsende hatte Europa geteilt in Mächte, die die Ordnung von 1919 unter allen Umständen aufrechterhalten, und solche, die sie umstürzen wollten. Der militärische Rückzug der Amerikaner nahm der Sicherheitspolitik Frankreichs die Abstützung; mit der Ruhrbesetzung 1923 stieß Paris an die Grenzen französischer Macht. Briten und Amerikaner zogen unterdessen aus der Existenz und Festigung der Sowjetunion den Schluß, daß der Westen nur mit den Deutschen zu sichern war und nicht gegen sie.

In Locarno wollte man das System der Pariser Friedenskonferenz - mit dem Mittelpunkt des Vertrages von Versailles - zugleich stabilisieren und überwinden. Die deutsche Grenze zu Frankreich und Belgien sollte nicht mehr Sperngkraft sein, sondern Stabilitätsfaktor. Das Deutsche Reich wurde wieder Großmacht: der Ratssitz im Völkerbund dokumentierte die veränderte Lage.

Ob der deutsch-sowjetische Rapallo-Vertrag 1922 den Weg nach Locarno geebnet hat, wird immer umstritten bleiben. Umstritten wie der Berliner Vertrag, der 1926 die Rapallo-Abmachung fortschrieb und das Reich gegenüber Rußland rückversicherte. War dies Schaukelpolitik? Oder war es die Sicherheitspolitik eines weitgehend demilitarisierten Landes in der Mitte Europas?

Rapallo wurde, als die Bundesrepublik Deutschland entstand, den einen Traum und den anderen Trauma. Realistisch war es nie, an Wiederkehr der Vergangenheit zu glauben. Die Sowietunion war Supermacht geworden, die deutsche Großmacht ein Schatten der Vergangenheit. Existenzbedingung der Bundesrepublik Deutschland wurde es, daß sie das freiheitliche Haus der Deutschen ist und Mittelstück im europäisch-asiatischen Sicherheitssystem: Beides bedingt einander.

Wie vergangen ist Locarno? Souveränität und System der europäischen Großmächte sind dahin, und niemand kann die Weltkriege ungeschehen machen. Deutschland ist amputiert und geteilt durch die Sowietunion und kann, solange es geteilt bleibt, nicht Mittelpunkt des europäischen Systems sein wie zuletzt noch einmal im Vertrag von Locarno. In diesem Sinne bleibt mit der Teilung Deutschlands die Teilung Europas untrennbar verbunden.

Die Sowjetmacht schob sich so nahe an Westeuropa heran, daß das Land zwischen Elbe und Rhein für das atlantische Sicherheitssystem den Unterschied bedeutet zwischen einem Brückenkopf und einem Uferstreifen. Amerika, das damals Locarno förderte, ist heute Garantiemacht des freien Teils der Alten Welt.

Nach Locarno führt, man mag es bedauern, kein Weg zurück: nicht zu den Illusionen und nicht zu den Hoffnungen, die mit den Verträgen verbunden waren. Am 1. Dezember 1926 wurden sie in London unterzeichnet - nicht ohne daß zuvor in Berlin der "Bürgerblock" scheiterte, ein Reichskabinett stürzte und die Reichswehr-Spitze darauf bestand, den Draht nach Rußland zu reparieren.

Aber es gibt noch eine andere Lehre aus Locarno, und sie gehört in den Bereich des nationalen Selbstbewusstseins und der geschichtlichen Identität Es wär die deutsche Außenpolitik, die auf Industrie, Handel und Gewerkschaften, Liberalismus und Kirchen sich stützend, den Teufelskreis des Hasses durchbrach. Wer selbstquälerisch den Anfang vom Ende des deutschen Nationalstaats 1871 oder 1914 sucht, der muß sich erst noch mit Locarno auseinandersetzen. Die Wahrheit der Geschichte liegt nicht allein in den Triumphen und den Katastrophen, die Gestalt annahmen, sondern auch in der Anstrengung der Vernunft, die scheiterte. Locarno war im Ablauf des Dreißigjährigen Krieges unseres Jahrhunderts nur ein retardierendes Moment. Aber Locarno gab, wo immer die europäischen Widerstandsbewegungen einschließlich der deutschen nach Orientierung suchten, einen Richtpunkt.

Locarno blieb eine historische Parenthese. Aber die Vertragsdiplomatie verdeutlicht bis heute, was Raymond Aron meinte, der europäische "maitre penseur" , als er schrieb. "Wenn man die beiden Kriege als Elemente eines einzigen und gleichartigen Zusammenhangs begreift, dann wird man nicht alles allein auf das ,ewige Deutschland' schieben können, sondern auf die tragische Verkettung von Ursachen und Wirkungen, die Dynamik der Gewalt. Alle einfachen Theorien, die Deschland oder den Kapitalismus zur Hauptursache erklären, sind nalv Sie sind historisch mit den Mythen vergleichbar, die zu einer Zeit, da die Menschen unfähig waren, die Mechanik der natürlichen Kräfte zu begreifen, die Naturwissenschaften ersetzten..."

aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. Dezember 1985


GK Mathematik (Albermann)

Aufgabe 1:
Gegeben sind die beiden Funktionen ft(x) = 2x - 1/t*x² und gt(x) = 2t²*x - tx² mit t als Parameter (0 < t <> 1)

  • a) Berechnen Sie allgemein die Nullstellen und Art und Lage der Extrempunkte von ft und gt.
  • b) Zeichnen Sie für t = 2 die Graphen beider Funktionen in ein Koordinatensystem der Einheit 1 cm.
  • c) Berechnen Sie allgemein den Inhalt A(t) des Flächenstückes, das von den Graphen von ft und gt begrenzt wird.
  • d) Für welchen Wert von t (0 < t <> 1) hat diese Fläche den größten Inhalt und wie groß ist dieser?

Aufgabe 2:
In einem Werk für Glühbirnen geht man davon aus, dass 90 % der Produktion brauchbar sind. Die Auslieferung an Einzelhändler erfolgt in Schachteln zu je 16 Glühbirnen.

  • a) Mit welcher Wahrscheinlichkeit sind in einer Schachtel
  • * genau zwei
  • * höchstens zwei defekte Glühbirnen?
  • b) Eine Schachtel wird ersetzt, falls mehr als drei defekte Glühbirnen in einer Schachtel sind. Mit welchem Anteil zu ersetzender Schachteln muss der Hersteller rechnen? Der Hersteller will den Anteil zu ersetzender Schachteln unter 2% drücken. Wie ist die Rücknahmevereinbarung mit den Einzelhändlern entsprechend zu ändern?
  • c) Ein Großhändler bezieht 2000 Glühbirnen. Er will mit Hilfe der Tschebyschew-Ungleichung abschätzen, wie viele defekte Glühbirnen mit einer Mindestwahrscheinlichkeit von 90% darunter sind. Ermitteln Sie das Ergebnis.
  • d) Ein Einzelhändler hat die Vermutung, dass sich der Anteil defekter Glühbirnen beim obigen Hersteller vergrößert hat. Er testet 50 Glühbirnen und findet 10 defekte. Kann er somit die Hypothese des Herstellers, dass höchstens 10% defekt sind, auf dem 8%-Signifikanzniveau verwerfen?
  • e) In einer bestimmten 16-Schachtel eines anderen Herstellers sind genau 4 defekte Glühbirnen, was der Käufer (Einzelhändler) nicht weiß. Er entnimmt der Schachtel zufällig drei Glühbirnen und prüft sie. Mit welcher Wahrscheinlichkeit sind darunter mindestens zwei defekte Glühbirnen? Liegt eine Bernoulli-Kette vor?

Drucken E-Mail